Ramses, der Kleine

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If you can't explain it simple, you don't understand it well enough - Albert Einstein
If a thing's worth doing, it's worth doing it well.
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Blogeinträge (themensortiert)
Thema: slow craft/Nachhaltigkeit
die Ersten / the first
Darf ich präsentieren? Die ersten beiden eigenen Tomaten dieses Jahres. Zugegeben, das arme kleine mickrige Pflänzchen aus eigener Zucht, eigentlich mehr Ausschuss, denn ich hatte es gar nicht erst richtig eingepflanzt gehabt, hat anscheinend seine gesamte Lebenskraft in diese beiden Tomaten gesteckt. Nachdem sie nun reif wurden, verstarb es. Danke an das kleine Pflänzlein, die Tomaten habe ich übrigens nach dem Fotografieren verspeist und sie waren sehr lecker ;o) Die anderen Tomatenpflanzen sind übrigens groß und stark und voller Blüten und kleiner grüner Früchte, aber bislang ist noch keine reif.
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May I present, my first very own tomatoes this year. Admittedly, the very small and dismal plant seemed to have invested all of its life energy into these two fruits, because after the tomatoes were ripe, it died. So thanks to this little plant, I feasted on my very own, very first tomatoes after I took the picture ;o) The other tomato plants in the garden are big, strong and full of flowers and little green gems but none ripe so far.

Handspindel 30.06.2010, 16.50 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Leben aus dem Stash
Vor dem Leben aus dem Stash haben die Götter der Nachhaltigkeit allerdings erst einmal das Sortieren gesetzt. Im Moment sieht es in meinem Wohnzimmer so aus:
unfertige Projekte, geplante Projekte und einfach Stoffe für Bekleidung und Decken liegen vollkommen durcheinander. Das liegt zum Einen daran, dass meine Unterbringungsmöglichkeit für die Stoffe eher - wie heißt das schöne Neudeutsche Wort? - "suboptimal" ist. Sprich, ich habe zwei Kommoden und zwei große Kisten und die stehen in meinem Schlafzimmer. Die Kommoden sind gut 90 cm tief (und die eine ist fast 2 m breit), es passt also durchaus eine ganze Menge rein, aber natürlich verliert man dabei den Überblick, besonders wenn immer nur reingestopft wird. Also habe ich nun alles einmal ins Wohnzimmer geholt um mich einer meiner absoluten Lieblingsbeschäftigungen zu widmen: dem Sortieren.
Mal schauen, welche Schätze auftauchen. ;o)
Handspindel 12.01.2010, 09.49 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL
Slow Craft - Entschleunigen III
Was Gudrun in ihrem Kommentar
geschrieben hat, hat mir unglaublich gut gefallen. Man solle sich der Dinge, die man tut, bewusst sein bzw bewusst werden, "entschleunigen". Gerade dieser Begriff fehlte mir bislang, wird doch bis dato diese Diskussion hauptsächlich auf amerikanischen Seiten betrieben. Danke dir dafür.
Die Bewusstwerdung des fabrizieren und des Umgangs mit den Materialien hat mich an ein altes Sprichwort erinnert, das mir die Tage bei durchblättern eines wirklich alten Stickbuches mal wieder in die Augen gefallen ist:
If a thing's worth doing, it's worth doing well ... oder auf Deutsch: was du tust, tu es richtig.
Ich denke, wir vergessen manchmal dieses große Glück in dem wir leben. Wir müssen unsere Handarbeit nicht aus den Grundbedürfnissen heraus ausüben gewärmt und bedeckt, gekleidet und geschmückt zu werden, sondern wir können sie ausüben aus Liebe zur Materie, aus Freude an der Tätigkeit und ja, vielleicht sogar auch aus Langeweile. Wird ein Pullover nicht heute fertig, so dann morgen, aber wir müssen in der Zwischenzeit nicht nackt rumlaufen und frieren. Entsprechend können wir uns für das Ding die Zeit lassen, die das Ding benötigt.
Handspindel 11.06.2008, 07.41 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Was in aller Welt ist slow craft? II
dies ist die große Frage. Wodurch zeichnet sich slow craft eigentlich aus? Dadurch, dass ich alles mit der Hand mache, keine Maschinen benutze? Also Handspindel vor Spinnrad und selbst gesponnenes vor gekauftes Garn? Selbst nähen vor Kaufen? So ganz kann es das ja wohl nicht sein.
Das denkt sich auch sharon b von in a minute ago. Bei ihr geht es letztendlich um den bewussten Umgang mit der Materie. Darum, dass man sich Gedanken macht und nicht nur einfach 5 Minuten Geschenke hinpfuscht. Zwei weitere, die dieses Grundprinzip leben sind Jude Hill von spirit cloth und what if und Karen Ruane von contemporary embroidery. Auf allen drei Seiten treibe ich mich nun schon seit Wochen offenen Mundes und Geistes herum und versuche mich inspirieren zu lassen ohne zu kopieren. Bislang sind meine inspirierten Versuche allerdings eher genau das, aber die drei haben ihre Kunst ja auch nicht in ein paar Wochen entwickelt, also Geduld, meine Liebe.
Jedenfalls zeigt sich bei ihnen sehr schön eine Seite der slow craft. Die gedankenvolle Beschäftigung mit allem was sie fabrizieren (diesen Prozess kann man nicht mehr als herstellen bezeichnen, zu detailiert, zu inspiriert arbeiten die drei Damen und zu sehr klingt Herstellung nach Industrie). Immer und immer wieder werden dieselben Sachen in die Hände genommen und immer wieder wird an ihnen weitergearbeitet oder Stücke, die als nicht gelungen angesehen werden, werden auseinandergenommen und neu zusammengesetzt. Alles was sie handwerken enthält eine Geschichte.
Nun waren sharon b's Ausgangspunkt diese Fertigprodukte, die Handwerken zu einem Zusammenkleben von Fertigteilen verkommen läßt und deren Lebensdauer in etwa der Dauer ihrer Produktion entspricht, sozusagen "crafty fast food" als das genaue Gegenteil von slow craft. Ich muss gestehen, mir entgeht der Sinn dieser Dinge und es ärgert mich manchmal, dass man nicht einmal mehr in einen angeblich gut bekannten und gut sortierten Quiltladen gehen kann ohne dort schräg angesehen zu werden, weil man a) alles mit der Hand näht und b) nicht eines dieser dummseligen Kits haben will, wenn einem einfach nur eine Farbe fehlt, die man dann halt mit einem neuen Stoff ergänzen muss. Auch der Gedanke, dass ich an einem Mantel arbeite hat die Verkäuferin dort ziemlich durcheinander gebracht. Aber es sei jeder selbst überlassen, wie sie ihre Hobbies betreibt - Leben und leben lassen. Nur mit craft und gar mit slow craft hat das nun wirklich nichts mehr zu tun.
Wobei ich damit nicht meine, dass slow craft nun ausschließlich mit der Hand genäht werden müsse. Das liegt nun auch nicht jeder. Ich meine damit aber, dass jedes Teil, das man fertigt einen berühren solle und eine wichtige Rolle im Leben spielen muss. (Mit ein Grund, warum ich Handgearbeitetes nur noch an Menschen verschenke, die es zu schätzen wissen). Womit ich auch zu meinem persönlichen Steckenpferd (seit einiger Zeit) komme: Nachhaltigkeit.
Was nutzt mir die ganze schöne slow craft-Bewegung, wenn ich doch nun wieder alles neu kaufe und damit wieder zur ökologischen Wildsau werde? Und was nutzt es mir, wenn ich einerseits alles mögliche mit der Hand arbeite, andererseits aber dann doch wieder in den sweatshop gefertigten T-Shirts und Hosen rumlaufe?
Doch wer ist schon perfekt, frage ich mich. Und dieser Teil des Ganzen fällt nun wirklich am schwersten. Wie gesagt, auch ich gehe dann doch einmal in einen Quiltladen um mir irgendeinen neuen Stoff zu kaufen, weil mein Stofflager aus alten Stoffen und Kleidungsstücken nun nur selten Gelb hergibt und ich es nun eben "eilig" habe mit einem Projekt weiterzumachen und ich mir halt Gelb einbilde.
gemeint ist der Stoff für jenes Teil:
,
es musste ja unbedingt gelb sein und ich musste es "sofort" haben und nicht erst auf den nächsten Flohmarkt warten, in der Hoffnung dort das passende Gelb zu finden.
Dies soweit erst einmal von mir. Ich könnte dazu Romane schreiben und wer mich kennt, weiß, ich höre nicht so schnell von alleine auf, wenn ich erst einmal auf einem meiner Steckenpferde sitze. ;o) Kommentare? Meinungen?
Handspindel 09.06.2008, 19.53 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Slow Craft, Nachhaltigkeit I
seit einigen Jahren (nun auch schon um die 15) geistert nun der Begriff "slow food" durch die Gegend. Gemeint ist damit Nahrung, deren Bestandteile möglichst entweder selbst angebaut werden oder die wenigstens regional produziert worden sind und die man sich selbst zubereitet. Der Grundgedanke dabei ist, sich wieder auf die Jahreszeiten zu besinnen und saisonal, regional einzukaufen damit die eigene Nahrung möglichst wenig Kilometer verbraucht, Massentierhaltung entgegengewirkt wird, die Sinne geschärft werden und die heimische Küche unterstützt wird und damit man (das kam dann etwas später hinzu) möglichst wenig CO2 produziert.
Inzwischen gibt es ganze "slow movements", "slow cities" (Italien ist hier ganz groß, dort wurde auch der Begriff "slow food" geprägt) und "slow" sonstirgendwasse. Letztes Jahr kamen dann noch die LOHAS dazu und man sieht schon den neuesten Marketinggedanken dahinter.
LOHAS bezeichnet einen "Lifestyle of Health and Sustainability" und bedeutet letztendlich "ökologisch Leben durch ökologisches Einkauf". Mit Betonung auf "Kaufen". Schluss mit der Selbstkasteiung, wir wollen genießen und konsumieren und trotzdem unser schlechtes Gewissen beruhigen. Kein Wunder, dass die entsprechenden Internetseiten auch eher Einkaufsführern ähneln und schicke, junge Menschen in entsprechender schicker Kleidung in schicker Umgebung zeigen. "Moralische Hedonisten" werden sie in einem taz-Artikel genannt, aber auch "Trend Opportunisten". Man wird sehen, was in ein paar Jahren von dieser "Bewegung der Individualisten, die über den Geldbeutel bestimmen" ("Ich kaufe also bin ich Bestimmer") übrig geblieben sein wird. Persönlich stehe ich diesem "Lebensstil" etwas skeptisch und zerrissen gegenüber. Aber dazu später noch mehr.
Und nun stieß Red Thread Studios letztes Jahr im Dezember eine Diskussion über "slow cloth", "art cloth" und "slow craft" im Allgemeinen an, die durch einen entsprechenden Artikel bei Sharon B What is slow cloth? einen kleinen Rumms durch einige amerikanische Blogs machte und mich seitdem nicht mehr losläßt.
Einen Teil dieses Blogs möchte ich daher diesen Gedanken und dieser Diskussion widmen (sofern denn eine zustandekommt und ich nicht Monologe führe, für die ich bekannt bin^^)
Einige Links dazu:
slow food Deutschland
LOHAS Deutschland
slow movement
Handspindel 09.06.2008, 19.53 | (0/0) Kommentare | TB | PL





