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es lebt
Der Kauni Pullunder ist fertig. Das steeken und daraufhinfolgende Aufschneiden war überhaupt kein Problem,
allerdings hat mich die MaPro veralbert und er ging beim Waschen ca 20% in die Länge und um einiges in die Weite. .... Daher meine Zögerlichkeit von dem "Erfolg" zu bericht, denn nun hat mein GöGa (der so freundlich war ihn zu adotieren, als ich frustriert meinte, er würde dann wohl zur Adoption freigegeben werden - der Pullunder, nicht GöGa) einen neuen Pullunder und ich immer noch keinen. Langsam wächst der Leidensdruck mal wieder. Aber, ich bin ja erneut am Aran für GöGa. Die Geschichte ist länger. Vor nun fast 2 Jahren stolperte ich über die spinnstubb über die so genannten Clan Arans. Natürlich ist die Sache mit den irischen Clan Arans ein Werbegag und irish gaelic Sentimentalität (die Iren hätten das wohl gerne, aber wahrscheinlich sind es eher die Irophilen, die es erwarten), aber die Muster sind zum Teil sehr schön, die Kits sind nicht so teuer und außerdem, warum nicht. Also, nach langer Überlegung und Rücksprache mit GöGa, bestellte ich das Kit. Nach
langem Warten kam es endlich, das Garn ist schön und stabil, ich strickte vor mich hin, das Rückenteil war fertig und ich unzufrieden. Ich wollte alles perfekt haben für den Pullover meines Mannes. Also, auftrennen, neu anschlagen, diesmal in der Runde, stricken, unzufrieden werden, liegen lassen. Inzwischen lästerte GöGa schon, dass dieser Pullover wohl nie fertig werden würde. Ein lebenslanges UFO sozusagen. Also überlegte ich mir, woran es lag, dass ich so unzufrieden mit der Strickerei war? Normalerweise brauche ich für einen so großen Aran (GöGa ist zum Glück nicht gerade ein Gnom) etwa 2 Monate und dann ist das Ding fertig. Aber diesmal wollte es mir einfach nicht von der Nadel. Und schließlich kam ich drauf: reiner Erfolgsdruck. Wenn ich einen Pullover einfach so stricke, als Geschenk oder (die Götter bewahren) für mich (wann ist das denn zuletzt vorgekommen, obwohl ich welche bräuchte), dann strick ich einfach so. Ohne Muster, ohne Anleitung, wie es mir gerade in den Sinn kommt. Es gibt zwar einige Überlegungen, Zeichnungen, Rechnungen, aber letztendlich kann es auch sein, dass ich mich zwischendrin anders entscheide und ein drop shoulder dann zu einem Raglan wird oder umgekehrt. Plötzlich Zöpfe auftauchen, wo vorher keine geplant waren usw. Ihr seht worauf es hinausläuft. Und nun hatte ich da dieses sehr schöne Zopfmuster. Von jemandem anderen geschrieben und - vor allen Dingen - von jemandem anderen erwartet. Und nun geriet ich auf einmal unter Erfolgszwang. (Keine Frage, der war einzig mir selbst zuzuschreiben, GöGa war da völlig unschuldig) Ich wollte, dass es aussieht wie auf dem Photo. So wie GöGa es erwarten würde. Und das ging nicht. Ich habe es ehrlich versucht, aber ich kriege es nicht hin. Mir wird bei einem fertigen Muster zwischendrin langweilig. Alles scheint bekannt und nichts ist unerwartet. Die ganze Anleitungsstrickerei nervt mich dann an und macht keinen Spaß mehr. Gleichzeitig will ich natürlich dem Beschenkten dann einen Gefallen tun und es ihm recht machen und so lande ich in der Zwickmühle mit irgendwelchen Appetenz-Appetenz-Konflikten.
Die Lösung bestand darin, einfach nach Frei Schnauze irgendwelche Zöpfe zu kombinieren. Inzwischen ist das neue Rückenteil fertig (Bild folgt noch) und ich stricke relativ entspannt am Vorderteil. Bei diesen Experimenten lerne ich ja jedesmal was Neues und auch so bin ich wieder überrascht von der Vielfältigkeit der Möglichkeiten, wie man 3v3 verzopfen kann. ;o)
Achja, GöGa wurde natürlich auch befragt. Nach so etwa 10-15 cm des neuen Rückenteil (man konnte schon einiges vom neuen Muster erkennen), hielt ich es hoch und meinte: "Und? Was hälst du davon?" Er: "Hübsch, aber ist das nun anders als vorher?" ... soviel zum Thema Erfolgsdruck und Perfektionismus. Live and learn ;o)
Handspindel 25.10.2009, 08.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Stricken / Knitting
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