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Addendum zum Schultertuch
Das unten erwähnte Schultertuch (kurz vor Abfahrt von der heißen Nadel gesprungen), kam bei der Beschenkten extrem gut an. Sie riss es mir förmlich aus den Händen und warf es sich gleich um. So liebt man es doch Geschenke zu machen.
Will aber heißen, ich muss mir nun doch noch eines für mich selbst stricken ;o)
Will aber heißen, ich muss mir nun doch noch eines für mich selbst stricken ;o)
Handspindel 30.05.2009, 13.52 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Spinnen / Spinning
Wenn's kalt wird ...
Nun waren wir also in Dänemark im Urlaub. Ich muss gestehen, so recht überzeugt hat mich das Land, aber vor allen Dingen das Wetter nicht. Trotz Sonnenschein gab es einen nahezu ununterbrochen stark wehende, eiskalten Wind und ich habe einfach nur gefroren. Aber, wozu ist frau den Strickerin. Schon auf der Hinfahrt am Freitag, hatte ich mit einem Pullover begonnen (der ursprünglich eigentlich ein Pullunder werden sollte) und als ich oben hoch im Norden ankam, merkte ich schnell, wie wichtig es wurde, dass der Pullunder ein Pullover wird und schnell angezogen werden kann. So kam es dann, dass ich schon Dienstag morgen, beim ersten Spaziergang das Teil anziehen konnte.
Hier seht ihr mich von hinten:

und hier von vorne (am Strand bei ... Wind *g*)

Garn: handgesponnene Seide-Kaschmir-Mischung von Gabi, dick und dünn ausgesponnen, mit NS 4 gestrickt. An den Rändern einige Zentimeter Zopfmuster. Die Form ist kastenförmig wie in den 80ern mit 3/4 Ärmeln. Der Pulli ist unglaublich weich, riecht leicht nach der Seide (ein Geruch, den ich liebe) und hält schön warm.
Und was macht man sonst noch so, wenn die Umstände die üblichen langen Wanderungen nicht zulassen? Frau strickt natürlich.
Und so wurden die Socken für meinen Mann fertig:

Garn: Zitron, Trekking hand art in Tundra.
Ursprünglich als Belohnung für den Webschal für meine Schwägerin gedacht, musste ich nach dem Anstricken feststellen, dass mir die Farben doch ein bisschen zu dunkel wirken. "Sieht doch mehr nach Männersocken aus" murmelte ich so vor mich hin, was die scharfen Ohren meines Mannes natürlich sofort hörten und er mich herausforderte und meinte: "Na das wird ja doch nichts mit Socken für mich". Gesagt, herausgefordert und angeschlagen. Und nun hatte ich jede Menge Muße (und die wachen Augen meines Mannes daneben) um sie fertig zu stricken.
Und meine ersten 3 Socken meiner SSS-Therapie ;o)

Wenn ich immer nur einen Socken stricke, habe ich nie einen zweiten anzufertigen. Damit diese Form der Selbstüberlistung (wie die meisten Therapieformen spielt natürlich auch hier eine Menge Placeboeffekt und Selbstheilungsfähigkeit mit rein) auch funktioniert und ich mir nicht durch mich selbst veralbert vorkomme, habe ich also vor dem Urlaub bei der Wollbox mehrere 50 Gramm Knäuel Sockenwolle geordert. Dabei waren:
- 1 Knäuel Maizy in Iguana (das Grüne unten)
- 1 Knäuel Maizy in Hot Feet (Orangerot darüber)
und 4 verschiedene 50 Gramm Knäuel Happy Feet von Plymouth (der erste Socken in rot davon ist auf der Rückfahrt entstanden)
Maizy von Crystal Palace Yarns ist Garn aus Maisstärke (82% Maisfaser/18 % elastisches Nylon) und es war ein reines Experiment. Wer mich kennt weiß, dass ich a) nicht wirklich auf diese man-made Fasern abfahre und b) mich Pflanzenfasern bei Sockengarnen nicht wirklich überzeugen (Leinen bildet da eine Ausnahme). Maisfasern sind Biopolymere aus dem Zucker, der aus der Stärke des Maiskorns gewonnen wird. Es hat sich prima verstricken lassen, die Farben sind einfach nur grell cool und auch der elastische Faden, der notwendig ist, damit der an sich eher starre Maisfaserfaden, stört nicht. Was mich etwas stört (und ich möchte betonen, dass es meine persönliche Abneigung ist), ist der Griff. Die fertigen Socken nun fühlen sich ein bisschen so trocken an wie früher Baumwolle oder eben wie Viskosewatte. Aber sie sind weich und tragen sich auch angenehm. Ich werde mir wohl keine weiteren mehr stricken, so dass die beiden ein schwesterliches Paar bilden werden, aber es hat mich die Erfahrung nicht gereut.
Happy Feet von Plymouth ist da was ganz anderes. Wunderschöne Farbspiele (wartet nur auf die andern) und sie läßt sich nicht nur angenehm verstricken, sondern sie tragen sich auch angenehm. Sockengarn, wie ich es sicherlich noch häufiger ausprobieren werde.
Hier seht ihr mich von hinten:

und hier von vorne (am Strand bei ... Wind *g*)

Garn: handgesponnene Seide-Kaschmir-Mischung von Gabi, dick und dünn ausgesponnen, mit NS 4 gestrickt. An den Rändern einige Zentimeter Zopfmuster. Die Form ist kastenförmig wie in den 80ern mit 3/4 Ärmeln. Der Pulli ist unglaublich weich, riecht leicht nach der Seide (ein Geruch, den ich liebe) und hält schön warm.
Und was macht man sonst noch so, wenn die Umstände die üblichen langen Wanderungen nicht zulassen? Frau strickt natürlich.
Und so wurden die Socken für meinen Mann fertig:

Garn: Zitron, Trekking hand art in Tundra.
Ursprünglich als Belohnung für den Webschal für meine Schwägerin gedacht, musste ich nach dem Anstricken feststellen, dass mir die Farben doch ein bisschen zu dunkel wirken. "Sieht doch mehr nach Männersocken aus" murmelte ich so vor mich hin, was die scharfen Ohren meines Mannes natürlich sofort hörten und er mich herausforderte und meinte: "Na das wird ja doch nichts mit Socken für mich". Gesagt, herausgefordert und angeschlagen. Und nun hatte ich jede Menge Muße (und die wachen Augen meines Mannes daneben) um sie fertig zu stricken.
Und meine ersten 3 Socken meiner SSS-Therapie ;o)

SSS-Therapie:
Ich bekenne, ich leide unter SSS, dem single sock syndrome. Wann immer ich ein Sockenpaar beginne, stellt sich nach Beendigung des ersten Socken eine gähnende Ödnis ein. Ich habe keine Lust mehr weiterzustricken, Socken im Speziellen und im Allgemeinen erscheinen mir sinnlos und langweilig. Da helfen keine interessanten Muster, keine schönen Garne, nichts. Nachdem es mir langsam auf die Nerven ging, dass ich mich durch den jeweiligen zweiten Socken immer nur noch so durchquälte, überlegte ich mir also eine Therapiemöglichkeit und kam auf Folgendes:Wenn ich immer nur einen Socken stricke, habe ich nie einen zweiten anzufertigen. Damit diese Form der Selbstüberlistung (wie die meisten Therapieformen spielt natürlich auch hier eine Menge Placeboeffekt und Selbstheilungsfähigkeit mit rein) auch funktioniert und ich mir nicht durch mich selbst veralbert vorkomme, habe ich also vor dem Urlaub bei der Wollbox mehrere 50 Gramm Knäuel Sockenwolle geordert. Dabei waren:
- 1 Knäuel Maizy in Iguana (das Grüne unten)
- 1 Knäuel Maizy in Hot Feet (Orangerot darüber)
und 4 verschiedene 50 Gramm Knäuel Happy Feet von Plymouth (der erste Socken in rot davon ist auf der Rückfahrt entstanden)
Maizy von Crystal Palace Yarns ist Garn aus Maisstärke (82% Maisfaser/18 % elastisches Nylon) und es war ein reines Experiment. Wer mich kennt weiß, dass ich a) nicht wirklich auf diese man-made Fasern abfahre und b) mich Pflanzenfasern bei Sockengarnen nicht wirklich überzeugen (Leinen bildet da eine Ausnahme). Maisfasern sind Biopolymere aus dem Zucker, der aus der Stärke des Maiskorns gewonnen wird. Es hat sich prima verstricken lassen, die Farben sind einfach nur grell cool und auch der elastische Faden, der notwendig ist, damit der an sich eher starre Maisfaserfaden, stört nicht. Was mich etwas stört (und ich möchte betonen, dass es meine persönliche Abneigung ist), ist der Griff. Die fertigen Socken nun fühlen sich ein bisschen so trocken an wie früher Baumwolle oder eben wie Viskosewatte. Aber sie sind weich und tragen sich auch angenehm. Ich werde mir wohl keine weiteren mehr stricken, so dass die beiden ein schwesterliches Paar bilden werden, aber es hat mich die Erfahrung nicht gereut.
Happy Feet von Plymouth ist da was ganz anderes. Wunderschöne Farbspiele (wartet nur auf die andern) und sie läßt sich nicht nur angenehm verstricken, sondern sie tragen sich auch angenehm. Sockengarn, wie ich es sicherlich noch häufiger ausprobieren werde.
Handspindel 30.05.2009, 13.49 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Spinnen / Spinning
Schultertuch und art yarn
Zu guter Letzt noch meine neuesten Werke.
Da gab es doch diesen art yarn Kurs, auf dem ich sein durfte (ich hab so viel gelernt). Und als ich einer lieben Bekannten diese Garne zeigte, fragte sie mich, ob ich ihr von der einen Art (haha pun intended^^) soviel spinnen könne, dass es für einen Schal reicht. Sie würde diese Puschelschals schon mögen, aber nicht das Plastikgarn aus dem sie seien. (Oh wie sehr ich mich damit identifizieren kann). Hier ein Detailsbild des Ergebnisses:

Grundlage ist blau gefärbtes Teeswater, welches mit bunten Mohair- und Leicesterlocken in Boucléart über einem dünnen Merinogarn als Seele versponnen wurde. Es ist nicht ganz so leicht, wie ich es intendiert hatte, aber immer noch recht leicht und so bunt, wie die Empfängerin es sich gewünscht hatte, "damit es zu allem passt". Es gefiel ihr sehr gut und das ist die Hauptsache. Ich hätte es aber auch für mich behalten, falls es ihr nicht gefallen hätte. ;o)
Eine weitere Spule voll mit Coils kam auch vom Rad:

ok, ich liebe die Coils. Keine Ahnung, was man mit den Dingern anfangen soll, ich dachte schon, sie als Akzent in etwas zu verweben. Aber warten wir es einmal ab. Im Moment sieht es einfach nur cool aus ;o)
Und zu guter Letzt (und das war dann wohl der letzte Eintrag für die nächsten 2 Wochen oder so *LOL*) noch ein von mir gestricktes Tuch. Keine Angst, ich mach Junifee nun keine Konkurrenz oder trete in ihre Fußstapfen, ich stricke nur ohne große Muster:

Da liegt es zum Spannen. Ganz habe ich es nicht auf's Bild bekommen. Es ist gute 210 cm breit und 120 cm von Hals bis untere Kante. Also recht gut geeignet um sich an kühlen Sommerabenden darin einzuwickeln. Grundlage ist selbstgesponnenes Shetlandgarn (aus der Wolllieferung von Wingham Wool Work von vor ein paar Monaten. Und als Beilauffaden, damit es nicht ganz so a la nature aussieht zwei Knäuel Zauberball in fuchsia von Schoppel-Wolle. Ich mag die immer schmaler werdenden Streifen und sollte es der Empfängerin nicht gefallen, behalte ich es auch selbst ;o)

Da gab es doch diesen art yarn Kurs, auf dem ich sein durfte (ich hab so viel gelernt). Und als ich einer lieben Bekannten diese Garne zeigte, fragte sie mich, ob ich ihr von der einen Art (haha pun intended^^) soviel spinnen könne, dass es für einen Schal reicht. Sie würde diese Puschelschals schon mögen, aber nicht das Plastikgarn aus dem sie seien. (Oh wie sehr ich mich damit identifizieren kann). Hier ein Detailsbild des Ergebnisses:

Grundlage ist blau gefärbtes Teeswater, welches mit bunten Mohair- und Leicesterlocken in Boucléart über einem dünnen Merinogarn als Seele versponnen wurde. Es ist nicht ganz so leicht, wie ich es intendiert hatte, aber immer noch recht leicht und so bunt, wie die Empfängerin es sich gewünscht hatte, "damit es zu allem passt". Es gefiel ihr sehr gut und das ist die Hauptsache. Ich hätte es aber auch für mich behalten, falls es ihr nicht gefallen hätte. ;o)
Eine weitere Spule voll mit Coils kam auch vom Rad:

ok, ich liebe die Coils. Keine Ahnung, was man mit den Dingern anfangen soll, ich dachte schon, sie als Akzent in etwas zu verweben. Aber warten wir es einmal ab. Im Moment sieht es einfach nur cool aus ;o)
Und zu guter Letzt (und das war dann wohl der letzte Eintrag für die nächsten 2 Wochen oder so *LOL*) noch ein von mir gestricktes Tuch. Keine Angst, ich mach Junifee nun keine Konkurrenz oder trete in ihre Fußstapfen, ich stricke nur ohne große Muster:

Da liegt es zum Spannen. Ganz habe ich es nicht auf's Bild bekommen. Es ist gute 210 cm breit und 120 cm von Hals bis untere Kante. Also recht gut geeignet um sich an kühlen Sommerabenden darin einzuwickeln. Grundlage ist selbstgesponnenes Shetlandgarn (aus der Wolllieferung von Wingham Wool Work von vor ein paar Monaten. Und als Beilauffaden, damit es nicht ganz so a la nature aussieht zwei Knäuel Zauberball in fuchsia von Schoppel-Wolle. Ich mag die immer schmaler werdenden Streifen und sollte es der Empfängerin nicht gefallen, behalte ich es auch selbst ;o)

Handspindel 12.05.2009, 08.04 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Spinnen / Spinning
Gardinen wie in den 70ern?
Im Rahmen meines Webkurses brauchte ich ein Vorzeigeobjekt für Leno (Dreherbindung .... welch ein Wort :oO). Jedenfalls suchte ich eine weitere Herausforderung und bäumte so also meine erste Leinenkette auf. Wirklich eine große Übungssache. So sehr ich Leinen mag, aber Leinen weben ist eine ganz eigene Kunst für sich. Ich sag euch, mit Wolle weben kann jeder, aber Leinen .... Jedenfalls kam eine nette kleine Gardine dabei raus, die mich doch schwer an die Handarbeitsbücher aus den 1970ern erinnert ;o)

Ich bin mit der Aufhängung noch nicht ganz zufrieden, aber wir bekommen demnächst (so in 2 Monaten oder so) wahrscheinlich neue Fenster (in neuen Größen) und da sowieso wird alles anders. Aber ich mag das Muster an sich.
Wobei ich mich ohnehin inzwischen wieder recht gern an den Mustern der 1970er orientiere. Ich bin ja in der Zeit groß geworden und nicht alles aus dieser Zeit haut mich vom Hocker. Schlaghosen zB kann ich nicht ab und die Frisuren müssen nun wieder auch nicht sein. Modisch bewusst und im Trend ins wallende Haar gebundene Herrenkrawatten zB sind nun auch nicht mein Ding und die Farben erwecken bei mir nur Schaudern. Ich denke immer noch mit leichtem Schrecken an einen Teppich im Zimmer meines Bruders zurück (in das ich dann irgendwann gezogen bin, inklusive Teppichübernahme), der aus Orange- und Brauntönen bestand, die in pantoneartigen Kreisen angeordnet waren. Yikes. Nein danke, das brauch ich nun wirklich nicht.
Was mir aber an den Handarbeitsbüchern aus den 70ern gefällt ist die Improvsationsfähigkeit und -willigkeit der Macher. Es gab ja auch noch nicht alle möglichen fertigen Bastelartikel (und -packungen) und Garne und Stoffe und was nicht noch alles, sondern man musste vielfach einfach improvisieren. Was mich am meisten beeindruckt ist dieser Mut zur Farbe. Zugegeben, in den späteren 70ern, als dann viel des Improvisationsgeistes kommerzialisiert wurde (so ähnlich wie in den 80ern irgendwann die Punkbewegung von der Industrie übernommen wurde und es en vogue war mit Stachelhalsbändern rumzulaufen), war es auch nicht mehr das Wahre. Aber irgendwann zwischendrin und am Anfang wurde ja alles angemalt, was den Leuten zwischen die Finger kam. In grellen oder gedeckten Tönen, hauptsache bunt. Das was mir an den britischen Häusern und Wohnungen immer so gefallen hat (bis kühles, klares Weiß auch dort einzog *yikes*). Manchmal war es ja einfach nur Not. Die Dinge von der Stange waren einfach nur bäh und altbacken oder einfach nicht bezahlbar. Also musste man auf den Sperrmüll und die Flohmärkte gehen und dort nach den Dingen suchen, die einem gefielen. Mir geht es inzwischen ähnlich mit den Dingen, die man heute so von der Stange kaufen kann. Entweder ist die Qualität derart beschissen, dass ich das Teil gleich auch wegwerfen kann (dafür gebe ich nun wieder kein Geld aus) oder es ist von einer solch industriellen Einfallslosigkeit geprägt, dass mir schon beim Anschauen schlecht wird. Alternativ dazu gibt es natürlich die hochwertigen Einzelstücke, die dann auch wieder über meinem Geldbeutel liegen.
Also gehe ich immer mehr dazu über meine Dinge selbst herzustellen (oder wie im Fall der Küchenspüle herstellen zu lassen). Nur ein Beispiel aus dem Bereich Bekleidung: ich war demletzt auf der Suche nach einer neuen Jeans. Ich bin einfach noch nicht dazu gekommen mir selbst eine zu nähen (der Stoff liegt schon hier) und leider hat sich meine letzte tragbare früher als erwartet verabschiedet. Wirklich, da hilft auch kein Flicken zum hunderttausendsten Mal mehr. Also begab ich mich in der Stadt auf die Suche nach einer tragbaren Jeans, aber offensichtlich habe ich zu hohe Ansprüche. Einmal soll sie aus ganz normaler Baumwolle sein. Ich bin ja schon so kompromisbereit, dass ich keine Bio-Baumwolle erwarte. Man muss auch seine Grenzen kennen. Aber ich hätte gern den schönen festen Baumwollcanvas, der eine Jeans zu dem macht, was sie ist: nämlich eine belastbare Hose, die man überall anziehen kann. Aus einem mir vollkommen unerfindlichen Grund gibt es aber heutzutage eigentlich keine Jeans dieser Art mehr (ich fand dann doch noch eine, aber dazu später). Der Stoff, aus dem Jeans heutzutage sind, ist dünn, flimsy und fühlt sich seltsam an, was u.a. an dem unvermeidlichen Stretch (Lycra oder sowas) liegen mag, der anscheinend auch zum guten Jeanston gehört. Was in aller Welt will ich mit einer Hose aus Stretchmaterial, das auch noch dünn ist? Und dann die vorgefertigten Löcher und Flicken. Hallo????!!?? Ich brauche eine neue Hose, eben weil meine alte so durchgescheuert ist, dass ich sie einfach nicht mehr tragen kann (nein, nicht einmal mehr im Garten). Soll ich mir dann irgendein schissiges Material nehmen, dafür dann noch ein halbes Vermögen zahlen, damit die nagelneue Hose so aussieht, als sei sie schon 3 Jahre getragen worden? So sehen meine Hosen irgendwann von allein aus, dazu brauche ich keine Billigarbeiter in der Türkei, die dann aufgrund des dabei verwendeten aggressiven Materials tödliche Krankheiten kriegen und nach kurzer Zeit daran sterben, dass sie prima Jeanshosen so herrichten, als wären sie schon zu Tode getragen worden. Jedenfalls blieb mir nur eine einzige Hose, die mir a) weitgehend passte (nicht optimal, aber das liegt einfach an dem Schnitt und was Besseres fand ich in meiner Stadt einfach nicht, ich hätte noch nach Frankfurt dazu gekonnt *duh*) b) einfach aus guten, blauem Canvas ist und c) kein Stretch und keine künstlichen Löcher oder sonstwas enthielt (achja und d) keine 200 EUR kostete). Dreimal dürft ihr raten, wobei ich letztendlich gelandet bin: genau, dem Klassiker, einer Levi's 501. Und nach dieser Odysee fragen mich die Leute immer noch, warum ich dabei bin mir meine Bekleidung selbst zu machen?

Ich bin mit der Aufhängung noch nicht ganz zufrieden, aber wir bekommen demnächst (so in 2 Monaten oder so) wahrscheinlich neue Fenster (in neuen Größen) und da sowieso wird alles anders. Aber ich mag das Muster an sich.
Wobei ich mich ohnehin inzwischen wieder recht gern an den Mustern der 1970er orientiere. Ich bin ja in der Zeit groß geworden und nicht alles aus dieser Zeit haut mich vom Hocker. Schlaghosen zB kann ich nicht ab und die Frisuren müssen nun wieder auch nicht sein. Modisch bewusst und im Trend ins wallende Haar gebundene Herrenkrawatten zB sind nun auch nicht mein Ding und die Farben erwecken bei mir nur Schaudern. Ich denke immer noch mit leichtem Schrecken an einen Teppich im Zimmer meines Bruders zurück (in das ich dann irgendwann gezogen bin, inklusive Teppichübernahme), der aus Orange- und Brauntönen bestand, die in pantoneartigen Kreisen angeordnet waren. Yikes. Nein danke, das brauch ich nun wirklich nicht.
Was mir aber an den Handarbeitsbüchern aus den 70ern gefällt ist die Improvsationsfähigkeit und -willigkeit der Macher. Es gab ja auch noch nicht alle möglichen fertigen Bastelartikel (und -packungen) und Garne und Stoffe und was nicht noch alles, sondern man musste vielfach einfach improvisieren. Was mich am meisten beeindruckt ist dieser Mut zur Farbe. Zugegeben, in den späteren 70ern, als dann viel des Improvisationsgeistes kommerzialisiert wurde (so ähnlich wie in den 80ern irgendwann die Punkbewegung von der Industrie übernommen wurde und es en vogue war mit Stachelhalsbändern rumzulaufen), war es auch nicht mehr das Wahre. Aber irgendwann zwischendrin und am Anfang wurde ja alles angemalt, was den Leuten zwischen die Finger kam. In grellen oder gedeckten Tönen, hauptsache bunt. Das was mir an den britischen Häusern und Wohnungen immer so gefallen hat (bis kühles, klares Weiß auch dort einzog *yikes*). Manchmal war es ja einfach nur Not. Die Dinge von der Stange waren einfach nur bäh und altbacken oder einfach nicht bezahlbar. Also musste man auf den Sperrmüll und die Flohmärkte gehen und dort nach den Dingen suchen, die einem gefielen. Mir geht es inzwischen ähnlich mit den Dingen, die man heute so von der Stange kaufen kann. Entweder ist die Qualität derart beschissen, dass ich das Teil gleich auch wegwerfen kann (dafür gebe ich nun wieder kein Geld aus) oder es ist von einer solch industriellen Einfallslosigkeit geprägt, dass mir schon beim Anschauen schlecht wird. Alternativ dazu gibt es natürlich die hochwertigen Einzelstücke, die dann auch wieder über meinem Geldbeutel liegen.
Also gehe ich immer mehr dazu über meine Dinge selbst herzustellen (oder wie im Fall der Küchenspüle herstellen zu lassen). Nur ein Beispiel aus dem Bereich Bekleidung: ich war demletzt auf der Suche nach einer neuen Jeans. Ich bin einfach noch nicht dazu gekommen mir selbst eine zu nähen (der Stoff liegt schon hier) und leider hat sich meine letzte tragbare früher als erwartet verabschiedet. Wirklich, da hilft auch kein Flicken zum hunderttausendsten Mal mehr. Also begab ich mich in der Stadt auf die Suche nach einer tragbaren Jeans, aber offensichtlich habe ich zu hohe Ansprüche. Einmal soll sie aus ganz normaler Baumwolle sein. Ich bin ja schon so kompromisbereit, dass ich keine Bio-Baumwolle erwarte. Man muss auch seine Grenzen kennen. Aber ich hätte gern den schönen festen Baumwollcanvas, der eine Jeans zu dem macht, was sie ist: nämlich eine belastbare Hose, die man überall anziehen kann. Aus einem mir vollkommen unerfindlichen Grund gibt es aber heutzutage eigentlich keine Jeans dieser Art mehr (ich fand dann doch noch eine, aber dazu später). Der Stoff, aus dem Jeans heutzutage sind, ist dünn, flimsy und fühlt sich seltsam an, was u.a. an dem unvermeidlichen Stretch (Lycra oder sowas) liegen mag, der anscheinend auch zum guten Jeanston gehört. Was in aller Welt will ich mit einer Hose aus Stretchmaterial, das auch noch dünn ist? Und dann die vorgefertigten Löcher und Flicken. Hallo????!!?? Ich brauche eine neue Hose, eben weil meine alte so durchgescheuert ist, dass ich sie einfach nicht mehr tragen kann (nein, nicht einmal mehr im Garten). Soll ich mir dann irgendein schissiges Material nehmen, dafür dann noch ein halbes Vermögen zahlen, damit die nagelneue Hose so aussieht, als sei sie schon 3 Jahre getragen worden? So sehen meine Hosen irgendwann von allein aus, dazu brauche ich keine Billigarbeiter in der Türkei, die dann aufgrund des dabei verwendeten aggressiven Materials tödliche Krankheiten kriegen und nach kurzer Zeit daran sterben, dass sie prima Jeanshosen so herrichten, als wären sie schon zu Tode getragen worden. Jedenfalls blieb mir nur eine einzige Hose, die mir a) weitgehend passte (nicht optimal, aber das liegt einfach an dem Schnitt und was Besseres fand ich in meiner Stadt einfach nicht, ich hätte noch nach Frankfurt dazu gekonnt *duh*) b) einfach aus guten, blauem Canvas ist und c) kein Stretch und keine künstlichen Löcher oder sonstwas enthielt (achja und d) keine 200 EUR kostete). Dreimal dürft ihr raten, wobei ich letztendlich gelandet bin: genau, dem Klassiker, einer Levi's 501. Und nach dieser Odysee fragen mich die Leute immer noch, warum ich dabei bin mir meine Bekleidung selbst zu machen?
Handspindel 12.05.2009, 07.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Spinnen / Spinning
Geschenke

Ich hinke ja komplett hinterher, was meine Danksagungen an zwei unglaublich liebe Menschen anbelangt. Der obige Shawl wurde mir von Junifee gestrickt. (Ist schon im Archiv, deswegen ein bisschen weiter runterscrollen) Gestrickt wurde er anscheinend mit heißer Nadel und von Junifee selbst gefärbtem Alpakagarn und es ist sozusagen ein (sehr) vorgezogenes Geburtstagsgeschenk. Ich hab mir ein Loch in den Baum gefreut, als ich ihn bekam und trage ihn unglaublich gern. Die Gute hat ja anscheinend nicht nur ein Faible, sondern auch ein Händchen für Mustertücher, da sie mir ja auch schon den wunderbaren Bat Shawl geschenkt hat.
Hier noch ein Detail:

Die weiteren Geschenke habe ich noch nicht fotografiert, aber das bedeutet nicht, dass sie nicht ebenso "schon" einmal erwähnt werden können. (Aus einem mir unerfindlichen Grund wurde ich die letzte Zeit mit unerwarteten Geschenken überhäuft). Euredike war doch bei mir zu Besuch gewesen und hatte so eine total coole, selbstgenähte Tasche dabei. Und eines Tages bekam ich ein Päckchen mit genau dieser Tasche und einem kleinen Perlsacktier, nämlich einer Mini-Schnecke. Ich liebe Schnecken (aber nur die mit Haus, die anderen mag ich nicht so). Liebste, auch an dieser Stelle noch einmal vielen Dank dafür.
Handspindel 12.05.2009, 07.11 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Spinnen / Spinning
Gartenergebnisse
Nachdem ich schon angemahnt wurde, dass ja auch mal wieder was Neues in meinem Blog erscheinen dürfte, hier zwei der Ergebnisse meiner Arbeit in den letzten Wochen. Seit das Wetter nämlich einigermaßen war, habe ich mich vornehmlich im Garten rumgetrieben um die Schulden des letzten Jahres zu beseitigen.
Wer sich erinnert: letztes Jahr starb mein Vater und ich begann mit einer großen Ausräum- und Aufräumaktion. Dann kam meine Mottenivasion dazu und schwupps war das Jahr rum, die Brombeeren und Wisterias (Wisterien?) hatten fast komplett den Garten eingenommen und ich stand vor einem Dschungel aus Schlingpflanzen (die zum Teil auch noch unangenehme Dornen aufweisen).
Aber so kann eine Wisteria auch aussehen:

Das ist unsere Monsterwisteria in einer Scheinzypresse. Irgendwann, nach Vergehen der Blüte, muss ich mit einer hohen Leiter mal nach oben und die weiteren Verschlingungen beenden, damit der Baum an sich noch stehen bleibt. Aber dieser Anblick allein entschädigt mich jedes Jahr für die Wahnsinnsarbeit, die man so mit dieser Pflanze hat. Und doch möchte ich sie nicht missen.

Und das ist die Rückansicht der Klettermadame. Erwähnte ich eigentlich, dass am anderen Ende des Spaliers auch noch eine steht? Die habe ich allerdings deutlich in ihre Bahnen verwiesen, da sie mit ihren Auslegern schon den halben Garten umrundet hatte und außerdem an das Grundstück des Nachbarn grenzt, der seinen Garten nahezu komplett zubetoniert hat und kein großer Fan von Pflanzen im Allgemeinen und meinen Pflanzen im Besonderen ist.
Den Rest der Gartenarbeit zeige ich, wenn die kahlen Stellen ein wenig zugewachsen sind. Es wurde nämlich noch der "Rasen" aufgelöst und in eine Art großes, begehbares Blumenbeet verwandelt und natürlich wurde alles mögliche runter- und abgeschnitten. Eine kranke, weitere Scheinzypresse (eine von dieser niedrigeren Sorte, die so breite Kronen entwickeln können) habe ich fällen müssen, weil da so ein Pilz drin lebte. Und eine weitere habe ich deutlich zurückgeschnitten. Über ihr weiteres Schicksal wird das kommende Jahr entscheiden. Die Eiben im Vorgarten und ein paar andere Gewächse dort, wurden auch deutlich gestutzt, so dass meine Mutter nun wieder aus dem Fenster sehen kann und die Straße sieht und nicht nur grün ;o)
Alles in allem war es nun einmal viel Arbeit und er benötigt immer noch konstante Überwachung, aber es wird so langsam. Und ich denke, irgendwann werden nur noch kosmetische Schnitte zu tun sein. (Und natürlich das regelmäßige Stutzen der Wisterias *bg*)
Wer sich erinnert: letztes Jahr starb mein Vater und ich begann mit einer großen Ausräum- und Aufräumaktion. Dann kam meine Mottenivasion dazu und schwupps war das Jahr rum, die Brombeeren und Wisterias (Wisterien?) hatten fast komplett den Garten eingenommen und ich stand vor einem Dschungel aus Schlingpflanzen (die zum Teil auch noch unangenehme Dornen aufweisen).
Aber so kann eine Wisteria auch aussehen:

Das ist unsere Monsterwisteria in einer Scheinzypresse. Irgendwann, nach Vergehen der Blüte, muss ich mit einer hohen Leiter mal nach oben und die weiteren Verschlingungen beenden, damit der Baum an sich noch stehen bleibt. Aber dieser Anblick allein entschädigt mich jedes Jahr für die Wahnsinnsarbeit, die man so mit dieser Pflanze hat. Und doch möchte ich sie nicht missen.

Und das ist die Rückansicht der Klettermadame. Erwähnte ich eigentlich, dass am anderen Ende des Spaliers auch noch eine steht? Die habe ich allerdings deutlich in ihre Bahnen verwiesen, da sie mit ihren Auslegern schon den halben Garten umrundet hatte und außerdem an das Grundstück des Nachbarn grenzt, der seinen Garten nahezu komplett zubetoniert hat und kein großer Fan von Pflanzen im Allgemeinen und meinen Pflanzen im Besonderen ist.
Den Rest der Gartenarbeit zeige ich, wenn die kahlen Stellen ein wenig zugewachsen sind. Es wurde nämlich noch der "Rasen" aufgelöst und in eine Art großes, begehbares Blumenbeet verwandelt und natürlich wurde alles mögliche runter- und abgeschnitten. Eine kranke, weitere Scheinzypresse (eine von dieser niedrigeren Sorte, die so breite Kronen entwickeln können) habe ich fällen müssen, weil da so ein Pilz drin lebte. Und eine weitere habe ich deutlich zurückgeschnitten. Über ihr weiteres Schicksal wird das kommende Jahr entscheiden. Die Eiben im Vorgarten und ein paar andere Gewächse dort, wurden auch deutlich gestutzt, so dass meine Mutter nun wieder aus dem Fenster sehen kann und die Straße sieht und nicht nur grün ;o)
Alles in allem war es nun einmal viel Arbeit und er benötigt immer noch konstante Überwachung, aber es wird so langsam. Und ich denke, irgendwann werden nur noch kosmetische Schnitte zu tun sein. (Und natürlich das regelmäßige Stutzen der Wisterias *bg*)
Handspindel 12.05.2009, 07.01 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines und Alltägliches /
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