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Wort des Jahres 2010

Nachhaltigkeit

der ursprüngliche Gedanke der Nachhaltigkeit wurde im Forstwesen entwickelt und im 18. Jhd erstmals in diesem Sinne verwendet. (Obwohl der Grundgedanke nicht mehr aus den Wäldern herauszuholen als man wieder anpflanzt, schon im 16. Jhd aufgekommen ist)

1972 gab es das immer noch interessante Werk "Von den Grenzen des Wachstums" herausgegeben vom Club of Rome. Und hier wurde der Gedanke der Nachhaltigkeit (sustainability) auf das gesamte Ökosystem Erde mit den Menschen als Teil des Systems übertragen.


Wieso 'Wort des Jahres' ?

Wie immer ist Jude die Vorreiterin gewesen. Ihr gefolgt ist Deb und mit einigem Nachdenken gefiel mir der Gedanke ein ganzes Jahr sich einem Wort zu widmen sehr gut. Also widme ich das nächste Jahr dem Wort Nachhaltigkeit.

Im Gegensatz zu Jude wird es nicht allein meinen Faserwahn betreffen, sondern ich möchte herausfinden, wie ich mein Leben mehr der Nachhaltigkeit der mir zur Verfügung stehenden Ressourcen widmen kann.


und warum 'Nachhaltigkeit'?

Die drei englischen 'R' (reuse, reduce, recycle), 'frugal living' und 'sustainability' beschäftigen mich schon lange. Leider ist es 2009 alles ein bisschen aus dem Ruder gelaufen. Wie im Wahn fing ich an Stoffe und Fasern zu kaufen, in manchen Monaten als ob es kein Morgen mehr gäbe. Ja, ich kenn alle scherzhaften Entschuldigungen für diesen Faserwahn. Was, wenn es nächstes Jahr keine Wolle mehr gibt weil alle Schafe plötzlich Glatze tragen? Wie soll ich meine Kreativität ausleben, wenn ich nicht alle Farben des Regenbogens/diverse Fasern/Stoffe/fill blank here permanent zur Verfügung habe usw. Letztendlich sind es alles Ausreden. Mich überkam dieser Kaufrausch, weil mir Motten den größten Teil meines stash aufgefressen hatten. Anstatt darüber auch in gewisser Weise erleichtert zu sein, kaufte ich angesichts der geleerten Boxen mehr und mehr Wolle, bis ich die vorherige Menge noch übertroffen habe. 'Stash diet jojo-effect' könnte man es wohl nennen.  Und nun stehe ich da mit einem stash, der tatsächlich SABLE ist: stash aquisition beyond life expectancy.

Wenn ich bedenke, dass ich im Sommer gute 4 Wochen für einen Quilt gebraucht habe und der Aran für den besten Mann von allen nun ca 4 Monate brauchte, wird es schwierig mir vorzustellen, wielange ich leben muss, damit ich einfach nur alles aufgebraucht habe, was sich bis jetzt bei mir in diversen Kisten, Schränken und Boxen rumtreibt. Besonders wenn ich für den nächsten Pullover dann nicht mehr Industriegarn nehme, sondern handgesponnenes. Das kostet ja auch noch Zeit, in der ich weder nähen, quilten noch stricken oder weben kann.

Nein, ich denke, es ist ein Punkt erreicht, an dem ich mich erst einmal dem widmen sollte was vorhanden ist. Vorräte aufbrauchen. Vorhandene Ressourcen nutzen um nicht durch Produktion und Transport noch mehr Ressourcen zu verbrauchen. Dazu gehört natürlich auch, dass ich schauen möchte, wie ich meinen wöchentlichen Einkauf noch mehr darauf ausrichten kann. Ich versuche nun schon nur lokale tierische Produkte für den besten aller Männer zu besorgen und konzentriere mich stark auf andere regionale Lebensmittel vom Wochenmarkt (den wir ja zum Glück noch haben, sogar zweimal die Woche). Mal sehen, wieweit sich das noch ausweiten läßt.

Ich werde sehen, wielange ich es schaffe, meine Kreativität nur aus meinem stash zu versorgen.
Das ist ja immer das Schwerste.
Ich habe noch nie mir tolle Dinge für das nächste Jahr vorgenommen, dieses Jahr mache ich dann mal eine Ausnahme.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Rutsch ins nächste Jahr. Mal sehen, was es so bringen mag.

Handspindel 31.12.2009, 11.44

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Kommentare zu diesem Beitrag

3. von Bettina

ich bin ja nicht so der nachdenkliche typ, aber ich werde definitiv auch mehr aus dem vorrat schoepfen (aus dem vollen wuerde dazu dann auch passen :) ). ausserdem weisst du ja, dass du bei bedarf jederzeit klingeln kannst, ob hier vielleicht was vorhanden ist, was du brauchst - dann koennten wir zur not irgendwas tauschen, damit bei keinem der stash anwaechst :D

vom 31.12.2009, 14.38
Antwort von Handspindel:

'aus den Vollen schöpfen', wie wahr.

Das mit dem Stashtausch habe ich mir auch schon überlegt. Vielleicht sollte man auch mal so eine Art Tupperparty, aber zum Stashtausch abhalten *LOL* Aber wie ich mich kenne, würde ich dann arme kleine Wollknäuel, die niemand mehr liebhat unter meine Fittiche nehmen ;o) Ich denke, bis sich neue Gewohnheiten eingeschliffen haben, werde ich es machen wie beim Rauchen aufhören: alte Gewohnheiten durch neue - stashreduzierende - ersetzen und Versuchungen erst einmal aus dem Weg gehen *beg*

2. von Euredike

Hach Ulrike, du bist so willensstark ! Ich bin schon am überlegen, wie ich heute Nacht um 12 Uhr meinen Mann erkläre, das ich UNBEDINGT an den Rechner muss, da ich sonst den Drachen nicht bekomme !
Gut, da ist ja immer die Übrraschung der überhyp und sonst hab ich ja auch vor wenn ich schon Sockenwolle kaufe, diese auf 6 Fach ein zu schränken. Und gut, ich bin bis auf 500g BFL das mich angesprungen hat tapfer geblieben und habe keine Spinnwolle gekauft.
UND ich hab einiges an Sockenwolle verstrickt...
...nicht das es dadurch den Berg verkleinert hätte...Hier klicken
...deswegen ja, du bist so Willensstark ! Euredike

vom 31.12.2009, 13.39
Antwort von Handspindel:

hähä, das mit der Willensstärke warten wir mal ab bis sich mir eine wirkliche Versuchung in den Weg wirft. ;o)

Und? Warst du heute Nacht am Rechner?^^

1. von Jinx

Schöner Beitrag, dem ich mich vollumfänglich anschließen kann. Ich will im kommenden Jahr auch vermehrt auf Nachhaltigkeit in allen Bereichen achten.

Viele Grüße und frohes neues Jahr!
Jinx

vom 31.12.2009, 12.18
Antwort von Handspindel:

Dir auch ein schönes neues Jahr *s*

Sehen wir einmal in einem Monat/einem halben Jahr weiter ;o)
Und was die Nachhaltigkeit beim täglichen Einkauf anbelangt, so sehe ich da schon einige Probleme. Es gibt ja immer weniger tatsächlich regionale Produkte. Auf dem Lebensmittelsektor geht es noch einigermaßen, aber in anderen Bereichen? Aber selbst bei den Lebensmitteln muss man stellenweise lange suchen bis man zB einen Bäcker findet, der noch backt und nicht einfach nur eine Verkaufsstelle einer Backindustrie ist. Furchtbar.

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